2. Tübinger Übersetzerwoche: Wie kommen Texte über die Grenze

Pressestimmen sowie Fotodokumentation von der 2. Übersetzerwoche finden Sie hier

Dienstag, 22. Juni 2010

 

12.00 Uhr, Universität Tübingen, Brechtbau, Raum 037

Dmitri Golynko (Sankt Petersburg/Berlin)

Lyriklesung: Elementare Dinge

 

Dmitri Golynko liest aus Gedichten über die postsowjetischen Umbruchsjahre und aus seinem Zyklus Elementare Dinge, in denen er sich in konzentrierter Kargheit mit der Welt der Kriminalität, Marktunterwerfung und Massenkultur des heutigen Russland auseinandersetzt. Dmitri Golynko ist Kunsthistoriker und arbeitet am Russischen Institut für Kunstgeschichte in Sankt Petersburg. Derzeit ist er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

 

Lesung in deutscher und russischer Sprache

 

In Kooperation mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD

 

20.00 Uhr, Deutsch-Französisches Kulturinstitut

Hédi Kaddour (Paris)

Atelier und Lesung: Waltenberg

 

Hédi Kaddour präsentiert ein Übersetzungsatelier und liest aus Waltenberg, einem Epochenroman, der das Bild eines Europas im vergangenen Jahrhundert in der Spannung zwischen ideologischen Weltentwürfen und deren missglückten Ausführungen zeichnet. Hédi Kaddour wurde 1945 in Tunesien geboren und studierte an der École Normale Supérieure Literatur und Dramaturgie. Er arbeitet als Übersetzer aus dem Englischen, Deutschen und Arabischen.

 

20.00 Uhr, Landestheater Tübingen

Sergej Medwedjew (Rostow)

Irina – eine Friseuse / Die Kröte

 

Inszenierung, im Anschluss Gespräch mit dem Autor Sergej Medwedjew sowie  der Übersetzerin und Regisseurin Elina Finke.

 

 

Mittwoch, 23. Juni 2010

 

20.00 Uhr, Deutsch-Amerikanisches Institut Tübingen

Peter Wortsman (New York/Berlin)

Vortrag und Gespräch: Talking in Tongues

Moderation: Astrid Franke (Universität Tübingen, Abteilung für Amerikanistik)

 

„Seit Menschengedenken sind Sprachen verschieden, und seitdem versuchen Übersetzer, sie wieder zusammenzubringen“, sagt Peter Wortsman, der Übersetzer von Musil, Kafka und Goethe ins Amerikanische. Wortsman stellt mit Beispielen und Episoden seine Tätigkeit als Moderator zwischen Sprachen vor. Er tritt auch als Autor in Erscheinung und hat unter anderem den Erzählband A modern way und zwei Theaterstücke verfasst. Derzeit ist Peter Wortsman Fellow an der American Academy in Berlin.

 

Vortrag in englischer Sprache, Gespräch in englischer und deutscher Sprache

 

In Kooperation mit der Kulturabteilung der US-Boschaft Berlin

 

Donnerstag, 24. Juni 2010

 

20.00 Uhr, Schloss Hohentübingen

Podiumsdiskussion: Wie kommen Texte über die Grenze? Übersetzer als Entdecker und Agenten

Im Anschluss: Empfang

 

Teilnehmerinnen: Elena Polledri (Udine), Jasmina Urukalo (Stuttgart), Dorothea Trottenberg (Zürich), Olivia Spiridon (Tübingen)

Moderation: Jörg Plath (Berlin)

 

Übersetzer übersetzen nicht nur. Übersetzer beobachten auch den Buchmarkt ihrer Länder, sie halten Kontakt zu den ausländischen Autoren und Verlagen und beraten die Verlage. Zunehmend werben sie in der Öffentlichkeit für „ihre“ Bücher. Was sie noch alles tun und welche Hürden zu überwinden sind beim Versuch, Literaturen und Kulturen miteinander bekannt zu machen, das verraten die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion. Elena Polledri ist Assistenzprofessorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Udine und hat u.a. Friedrich Hölderlin ins Italienische übersetzt. Jasmina Urukalo ist Redakteurin im Raabe Verlag Stuttgart und übersetzt aus dem Serbischen, Kroatischen und Bosnischen. Dorothea Trottenberg ist ebenfalls literarische Übersetzerin und hat u.a. Wladimir Sorokin übersetzt. Olivia Spiridon ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und arbeitet zur deutschsprachigen Literatur im Banat.

 

Freitag, 25. Juni 2010

 

20.00 Uhr, Landestheater Tübingen

Eveline Passet und Raimund Petschner (Berlin)

Hörkino: Ein Dorf im neuen Russland. Jasnaja Poljana und das Erbe Tolstojs

Moderation: Schamma Schahadat (Universität Tübingen, Slavisches Seminar)

 

Jasnaja Poljana ist jenes Dorf und Gut in der russischen Region Tula, wo Lev Tolstoj geboren wurde und den größten Teil seines Lebens verbracht hat. Es existiert noch heute und ist ein Ort, an dem vieles probiert wird. Wie bewegt sich Jasnaja Poljana – oder: Wie wird es bewegt – zwischen Geist und Macht? Hat Kultur dort eine Chance, auf die Selbstreflexion und Selbsterziehung von Menschen unmittelbar Einfluss zu nehmen, wie es vermutlich im Sinne Tolstojs gewesen wäre? Das Hörfeature und das anschließende Gespräch versuchen darauf Antwort zu geben.

Raimund Petschner arbeitet als Journalist und freier Autor, Eveline Passet als Übersetzerin russischer und französischer Literatur sowie als Rundfunkautorin.

 

Ein Projekt aus dem Programm Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung

 

Samstag, 26. Juni 2010

 

16.30 Uhr, Stadtmuseum

Werkstatt: Eine Übersetzung entsteht

Moderation: Claudia Dathe

 

Wodka- oder Brandweinfass? Mailand oder Milano? Fesch, trendy oder attraktiv? Wie kommen Übersetzer zu ihren Lösungen? TeilnehmerInnen der Workshops zum literarischen Übersetzen an der Universität Tübingen geben Einblick in ihre Werkstattarbeit und laden zum Mitmachen ein.

 

20.00 Uhr, Landestheater Tübingen

Ivana Sajko (Zagreb)

Szenische Lesung und Gespräch

Moderation: Alida Bremer (Münster)

 

In einer szenischen Lesung werden Auszüge aus Ivana Sajkos Theaterstücken vorgestellt.

Im Anschluss diskutieren Alida Bremer und Ivana Sajko über aktuelle literarische und gesellschaftliche Tendenzen in Kroatien.

Ivana Sajko ist eine der prominentesten kroatischen Autorinnen und Dramatikerinnen. Ihre Theaterstücke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und auf internationalen Bühnen gespielt.

Alida Bremer übersetzt aus dem Kroatischen, Bosnischen und Serbischen und ist als Organisatorin von Kulturfestivals und Bücherschauen eine prominente Kulturmittlerin zwischen Deutschland und den balkanischen Ländern.

 

Sonntag, 27. Juni 2010

 

11.00 Uhr, Hölderlinturm

Übersetzermatinée

Teilnehmerinnen: Christel Hildebrandt (Hamburg), Gabriele Leupold (Berlin), Katharina Wolf-Grießhaber (Münster)

Moderation: Dagmar Leupold (Universität Tübingen, Studio Literatur und Theater)

 

Christel Hildebrandt ist literarische Übersetzerin aus den skandinavischen Sprachen und stellt in der Matinée den norwegischen Autor Lars Saabye Christensen vor. Gabriele Leupold übersetzt aus dem Russischen und Polnischen und war im Herbst 2009 Translator in Residence an der Universität Tübingen. In der Matinée liest sie aus ihren Übersetzungen von Warlam Schalamow. Katharina Wolf-Grießhaber übersetzt aus dem Bosnischen, Serbischen und Kroatischen und präsentiert ihre Übersetzung des Werkes Enzyklopädie der Toten von Danilo Kiš. Katharina Wolf-Grießhaber ist derzeit Translator in Residence am Slavischen Seminar.

 

In Kooperation mit der Weltlesebühne